Seit 4 Wochen sind wir stolze Besitzer eines Speedport W 920V Routers, den wir im Zuge der Umstellung von Arschcor-Vodafone zur Telekom bekommen haben.
Neben dem Zugang zum VDSL-Netz der Telekom - welcher leider aus technischen Gründen noch nicht bereitgestellt werden kann - bietet dieses kleine Gerät noch so einige Vorzüge
- LAN und WLAN Zugriff, das WLAN sogar mit dem Draft-n Standard, also sage und schreibe 300 Mbit/s netto beziehungsweise 100 Mbit/s brutto.
- integrierter Anrufbeantworter, der sich mit jedem DECT fähigem Telefon konfigurieren und sogar per Anruf abgerufen werden kann
- Telefonanlage für bis zu 5 DECT / GAP fähige Telefone (wobei man hier am sich am besten das Sinus 300i oder 500i anschafft, da beide Telefontypen auf den Router abgestimmt sind)
- USB 2.0b - Anschluss für bis zu drei Festplatten (aus Kompatibilitätsgründen leider nur FAT/32/v formatierte Festplatten) oder bis zu 2 Festplatten und einen Drucker
- automatische Updates der Firmware
Aufbau und Anschluss des ganzen gestalten sich dank farbkodierter Anschlüsse und Kabel selbst für den Laien als sehr einfach. Die Konfiguration nimmt der Router nach der Freischaltung des Anschlusses seitens der Telekom automatisch vor, so dass auch hier keine Arbeit notwendig ist.
Einzig die zur Verfügung gestellten MSN müssen - aus Datenschutzgründen - per Hand eingetragen werden. Dies gestaltet sich jedoch dank der sehr einfach zu bedienenden und selbsterklärenden Weboberfläche als recht einfach. An dieser Stelle direkt ein "Hut ab" an die Designer der Oberfläche, erstklassige Arbeit an dieser Stelle.
Auch der Rest der Einstellungen die benötigt werden (WLAN Zugriff de/aktiviert, SSID öffentlich versteckt, Zugriff auf DSL-Telefonie, internes Adressbuch etc.pp.) ist recht zügig erledigt.
Erwähnenswert scheint mir noch die an jeder Stelle der Konfiguration eingeblendeten Hilfestellungen und Erklärungen, die auch für einen totalen Laien gut verständlich geschrieben sind.
Ein kleines Manko hat das Gerät jedoch doch, das Adressbuch beherrscht nur - wie die meisten Telefone - eine 1:1 Zuordnung von Namen und Telefonnummer. Es kennt sicherlich jeder von seinem Handy "XYZ -> Handynummer, Privat, Geschäftlich". Ich hoffe an dieser Stelle auf ein Update der Firmware, welches dieses Manko behebt.
Auch der Anschluss unseres HP PSC 1200 gestaltet sich als schnell erledigt, er wird - bis auf die Scannerfunktion, welches mir aber schon vor klar war - direkt von dem Speedport erkannt und in der Oberfläche entsprechend angezeigt. Nun bleibt also nur noch die Bekanntmachung des Druckers beim Betriebssystem und hier kommen wir zu einer spannenden Geschichte "Windows vs. Linux". Ich hatte hier, bei aller Liebe zu Linux, Probleme erwartet, da der Drucker über einen TCP/IP Druckerport angesprochen werden muss und nicht direkt als Drucker. Die Anleitung schweigt sich über den Betrieb mit Linux leider aus, gibt jedoch hinreichend viele Hinweise.Von der Konfiguration unter Windows XP hingegen erwartete ich eine einfach und direkt Zugang zum Drucker, leider wurde ich bei beiden Erwartungshaltungen getäuscht.
Windows
Laut Anleitung sollte ich die folgenden Schritte durchführen:
- Ordner: Drucker und Faxgeräte öffnen
- Symbol: Drucker hinzufügen anklicken
- Im Druckinstallation-Assisten auf "Weiter" klicken
- Als neuen Drucker einen "Lokalen Drucker" auswählen und sicherstellen, dass die Plug&Play Option deaktiviert ist.
- Nach dem obligatorischen "Weiter" in dem folgenden "Druckeranschluss auswählen" die Option "Einen neuen Anschluss erstellen" und als Typ "Standard TCP/IP Port" festlegen.
- In dem nun erscheinenden Dialog als Druckername bzw. IP-Adresse "speedport.ip" - die Adresse des Routers im Netz - festlegen und als Gerätetyp die Option "Benutzerdefiniert" auswählen und den Assistenten beenden.
- Wieder zurück im Druckerinstallations-Assistenten nun noch den Hersteller des Druckers - wir erinnern uns HP - und den Druckertyp - PSC 1200 - auswählen, evtl. noch den Treiber installieren, und fertig.
Leider scheitert die ganze Aktion am letzten Punkt, Windows verweigert hier beharrlich die Installation der Treiber sowohl von der CD, als auch von den heruntergeladenen Treibern. Schade, somit ist das Projekt "LAN-Drucker" unter Windows leider vorerst gestorben.
Kubuntu
Wie bereits oben beschrieben, hatte ich hier, aufgrund des Anschlusstyps, massive Probleme erwartet. Hier nun auch Schritt für Schritt:
- Printer Configuration öffnen

- New Printer -> Networkprinter auswählen

- Internet Printer Protocoll (ipp) verwenden

- Dort "speedport.ip" eintragen und sehr wichtig: Die Druckerwarteschlange auf "/printers/" stehen lassen

- Im Anschluss nun den Hersteller und den Druckertyp auswählen

- Nun noch dem Drucker einen passenden Namen verpassen und ihr seit fertig

Die einzige Hürde, die zu nehmen war, war die Erkenntnis, dass unter Linux das IPP das Protokol der Wahl ist. Nach dem ich den Drucker entsprechend benannt hatte teste ich direkt einmal den Erfolg oder Misserfolg und, siehe da, es funktioniert einwandfrei. Sogar die Optionen für Druckqualität etc. pp. werden einwandfrei übernommen.
Nun zum Abschluss noch ein kleines Fazit:
Der Speedport W 920V
Ein erstklassiger Router, der, bis auf das kleine Manko des Telefonbuches, seinen Dienst einwandfrei erledigt und mit einer wohl durchdachten Konfiguration überzeugen kann.
Auch die Sprachqualität mit dem getesteten Telefon ist erstklassig, zur DSL-Telefonie kann ich leider noch nichts sagen, da ich noch keine Zeit hatte diese zu testen.
Die Verwendung des Druckers am USB-Anschluss ist unter Ubuntu definitiv problemlos. Die Schwierigkeiten unter Windows schiebe auf den Windowspart und meine Rumspielereien an dem selben. Es ist möglich, dass diese Installation etwas "strubbelig" ist.
Windows vs. Linux
Der Punkt geht - mal wieder und auch wenn Windows etwas "strubbelig" sein mag durch mich - an Linux. Ohne große Anleitung und weiteres Wissen den Drucker problemlos und funktionstüchtig installiert, was soll man an dieser Stelle noch dazu sagen.



