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Intelligenz fördert Atheismus? [Update]

Hi!

Ich habe grade einen interessanten Artikel im Telepolis-Magazin gelesen. Demnach sollen laut einer Studie intelligente Menschen eher zum Atheismus als zum Glauben  - an Gott oder ähnliche Konzepte - neigen.

Das für mich spannenden an diesem Artikel ist der Ansatz von von Kanazawa für diese Entwicklung - in jedem zeitlichem Stadium der Menschheit betrachtet - das Streben nach neuem und unbekannten Werten, Ideen und Konzepten zu sehen. Seiner Überzeugung nach sind es vorallem die Intelligenteren, die offen für Neues sind. Diese Menschen denken und leben demnach nicht in vorgefertigten Bahnen sondern schauen gerne über den sprichwörtlichen Tellerrand.

Warum greife ich den Artikel auf? Nun, ich hab mir während des Lesens einige Gedanken gemacht und versucht in meiner Verwandtschaft / im Freundeskreis parallelen zu finden. Insbesondere in meiner Verwandtschaft ist es mir gelungen. Beide Verwandtenzweige, die mir eingefallen sind könnten gegensätzlicher nicht sein.

Auf der einen Seite hohe Intelligenz, Aufgeschlossenheit und nur das Nötigste an Relgiösizität um in der Wohngegend nicht zu unangenehm aufzufallen - man könnte sagen: Intelligent genug um zu wissen was man wann sagt.

Auf der anderen Seite - ich will nun nicht sagen Dummheit, aber der Unterschied ist deutlich bemerkbar - wenig offen für Neues, sich ständiges Bewegen in eingefahrenen Bahnen.

Zu dem ist mir direkt eine Ausnahme dieser Regelmäßigkeit aufgefallen. Einige Senioren die ich kenne, sind unglaublich neugierig und interessiert an Innovation und Ähnlichem -  ich kenne auch viele, die es nicht sind - sind jedoch recht konservativ eingestellt. Betrachtet man das ganze jedoch zeit-geschichtlich im HInblick auf die Werte und Konzepte, so zeigt sich, dass diese Menschen in ihrer Zeit in der Regel alles andere als konservativ waren. Zu dem gab es damals wesentlich härtere soziale und gesellschaftliche Konsequenzen, wenn man - zumindest in einigen Teilen - nicht mit der breiten Masse konform ging.

Ein spannendes evolutionsgeschichtliches Thema.

[Update]

Mir ist vorhin noch mein zweiter Gedankengang wieder eingefallen.

Diese Untersuchung verdeutlicht meiner Meinung nach, wie wichtig es für eine Gesellschaft ist Neugier und kreatives Denken zu fördern. Ebenso muss darauf geachtet werden, dass neuen Generationen auch die Lust am Lernen, Fragen stellen und Querdenken nicht genommmen wird.

Man stelle sich eine Gesellschaft vor, die ähnlich wie in 1984 99% konform ist. In der es also keinerlei freie / andere Gedanken gibt ausser denen, die von der breiten Masse beziehungsweise der herrschenden Kaste gewünscht sind. Eine solche Population würde, spinnt man den Gedankengank Kanazawas bis zum bitteren Ende, in kurzer Zeit in Stagnation verfallen. Diese Stagnation beträfe neben den Wertvorstellungen auch sehr schnell technische Neuerungen die nicht auf - im ersten Augenblick logischen - Kombinationen vorhandener Techniken beruhen. Zu dem würde die Innovation in Bereichen, die als Basis kreatives, ja fiktives Denken erforden nicht oder nur sehr langsam stattfinden.

Betrachtet man unsere heutige Gesellschaft und auch die Lehrmethodiken so kann einem Angst und Bange werden.

Es scheint heute ein unglaublicher Wettbewerb in den Schulen stattzufinden - hier zu gibt es übrigens eine sehr gute Folge von Boston Legal -. Jeder will / muss der Beste sein. Dies hat zur Folge - so auch aus dem Bekanntenkreis erfahren - das Kinder / Jugendliche nicht mehr lernen auf Dauer, sondern nur noch für die nächste Prüfung. Aus dieser Lernmethode erwächst schlussendlich jedoch das Problem, dass das Wissen nicht mehr mit neuem verknüpft werden kann. Somit fehlt hier schon eine breite Basis für kreatives und Quer-Denken.

Zu dem wird durch diese Art des Lernens - neben anderen Problemen - das eigenständige Denken stark unterdrückt. Eine Eigenschaft, die meiner Meinung nach, einen intelligenten und offenen Menschen auszeichnet. Vielfach wird dass, was vorgesetzt wird an Wissen, einfach konsumiert. Eine Entwicklung, die ich nebenbei gesagt aus Sicht der Kindern verstehen kann. Sie sollen in immer kürzerer Zeit immer mehr Lernen.

Diese Entwicklung wird zu guter Letzt noch von Sendungen wie "Gallileo" - ja ich mag den Schund nicht -, oder K1-Wissen verstärkt. Im Gegensatz zu Sendungen wie "Wissen macht Ah!" - a) ich weiss es ist eine Kindersendung aber b) sie ist verdammt gut gemacht - die den Zuschauer gerade dazu auffordern mit zu denken / machen, herrscht in diesen Talksendungen ein - subjektiver - Zeitdruck, der es einem nur ermöglicht passiv zu konsumieren. Unterhält man sich während der Sendung über ein Thema derselbigen hat man nach spätestens 3 Minuten 2 - 3 weitere verpasst. Versucht man sich jedoch während der Sendung auf den Inhalt zu konzentrieren, wird einem durch unnötige Musik, schnelle Schnitte und dauernde Werbeeinblendungen auch noch das letzte bisschen Mitdenken erschwert, da man ständig abgelenkt wird - dazu gibt es übrigens wissenschaftliche Studien -.

Den Ansatz des Info-Tainment will ich nicht verteufeln, ich finde ich ihn sehr gut. Nur leider mangelt es vielfach an der guten Umsetzung dessen.

Grüße

Päddah

PS:

Ich hoffe, aus der Arbeit von Herrn Kanazawa erstellt nun niemand eine Regel bzw. missdeutet die Arbeit.

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