Manchmal frage ich mich ernsthaft, ob es für Werbetexter keine Grenzen gibt. Doch erst einmal, worum es geht:
Sonntag Abend wurde meine dösige und entspannte Stimmung beim Vorbeisehen an der - nervigen - Werbung - zwischen der "Fluch der Karibik 3" lief - jäh unterbrochen, als eine Ankündigung für die Wok-WM 2010 lief.
Meine relaxte Laune ging direkt in einen Puls von Minimum 140 - Tendenz zu 180 - über, als ich die Ankündigung hörte:
Die Olympiade war nur etwas für Weicheier! Hier wird richtig Bob gefahren (Anm.: Das ganze ist etwas frei, da mir der exakte Wortlaut nicht mehr im Gedächtnis geblieben ist)
Das Werbetexter um die Aufmerksamkeit des potentiellen Kunden haischen müssen und es in der heutigen offenen oder besser gesagt mit Werbung überbordeten Zeit schwierig ist diese zu bekommen ist mir völlig klar. Auch, dass es als notwendige Konsequenz zu sehen ist an Grenzen zu agieren beziehungsweise diese zu überschreiten.
Aber ist es denn im Hinblick auf den tragischen Todesfall des osteuropäischen Sportlers im Eiskanal notwendig diesen Satz zu postulieren? Wenn während der Wok-WM sämtliche Teilnehmer verrecken verunglücken, nennt man das prophetisch aber als Werbung ist sowas nur abstoßend und wiederwärtig.
Es gibt - meiner Meinung nach - Grenzen, die man nicht überschreiten sollte. Aus einem realem tragischem Todesfall eine Werbung zu gestalten gehört definitiv dazu. Auf der anderen Seite, was erwartet man von jemaden wie Stefan Raab. Jemand, der entweder die Rohform von Dieter Bohlen war oder im in seiner grandiosen menschenverachtenden Weise nacheifert - man könnte hier ein wenig von dem Henne Ei Problem sprechen -.
Was ich an dieser Stelle noch loswerden möchte: Lieber Hackl Schorsch, ich hoffe, dass du diese Werbung gesehen hast und aus Respekt vor deinem verünglücktem Kollegen deine Teilnahme an dem "Spass"-Event zurückziehst.



